Aufgeklärt: Wir informieren Sie über die Kapselfibrose

Nach einer Brustvergrößerung kann es selten zu einer sogenannten Kapselfibrose, auch Kapselkontraktur genannt, kommen

Nach einer Brustvergrößerung kann es selten zu einer sogenannten Kapselfibrose, auch Kapselkontraktur genannt, kommen. Die Häufigkeit dieser Komplikation nimmt seit Jahren stetig ab, das Risiko einer Kapselfibrose wird weltweit heute nur noch zwischen 2 und 15 Prozent vermutet.

Was ist aber eigentlich eine Kapselfibrose und wie lässt sich diese behandeln?

 

Was ist eine Kapselfibrose und welche Ursachen gibt es?

Eine Kapselbildung ist zunächst eine völlig normale Immunantwort des Körpers auf das Einbringen von körperfremden Materialien. Neben den vielen medizinisch relevanten „Fremdkörpern“ wie Herzschrittmachern, Endoprothesen, künstlichen Shunts, Schrauben, Platten und „Schienen“ erkennt unser Körper auch die medizinisch nicht indizierten Fremdkörper wie Ohrstecker, Piercings, Tattoo-Farbpigmente und auch Brustimplantate. Unabhängig von der Art des Implantats nimmt der Körper diese als einen Fremdkörper wahr. Als natürliche Reaktion umschließt das von unserem Körper gebildete Narbengewebe dann langfristig das Implantat. Meist ist diese Gewebekapsel zart und bereitet keine Beschwerden.

Von einer Kapselfibrose spricht man allerdings dann, wenn sich das Gewebe verdickt und verhärtet.

 

Es werden allgemein vier Stadien nach Baker unterschieden:

  • Baker I

Eine weiche Gewebekapsel umschließt das Implantat. Die Verdickung kann nicht ertastet werden, ist jedoch eventuell im Ultraschall erkennbar.

  • Baker II

Die Kapsel ist leicht verhärtet, was möglicherweise als Spannungsgefühl oder Schmerz wahrgenommen wird. Äußerlich ist keine Veränderung sichtbar.

  • Baker III

Das Gewebe ist so stark verhärtet, dass es zu einer Kapselkontraktur und somit zu einer feststellbaren Verformung der Implantate kommen kann. Diese kann auch mit zunehmenden Schmerzen einhergehen. 

  • Baker IV

Die Gewebekapsel ist weiter geschrumpft, wodurch das Implantat zusammengedrückt wird. Es kommt zu starken Schmerzen und deutlichen Verformungen der Brust.

In der e-sthetic® Privatklinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Essen ist das derzeitige Risiko bzgl. einer operationspflichtigen Kapselfibrose bei Mentor-Implantaten seit der Klinikgründung im August 2015 äußerst gering und liegt derzeit (Stand Mai 2020) bei 0%, der nationale und internationale Durchschnitt liegt bei ca. 5%. Mutmaßliche Gründe liegen vor allem in einer lokalen Entzündungsreaktion um die Implantate aufgrund einer vermeintlichen bakteriellen Kontamination.

Folgende Maßnahmen und Gründe sind u.a. ausschlaggebend für unserer sehr geringe Komplikationsrate bzgl. einer Kapselkontraktur:

  • beste Implantatqualität
  • optimale hygienische Bedingungen in der gesamten Klinik
  • modernste und validierte OP-Reinraumlufttechnik
  • sichere und computerunterstützte Sterilisation aller Instrumente in der klinikeigenen ZSVA
  • bevorzugte Lage der Implantate submuskulär/subpectoral
  • akribische Blutstillung mit kurzzeitiger Einlage von Wund-Silikondrainagen (schmerzfreie Entfernung)
  • langjährige Erfahrung des Operateurs

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Je nach Stadium der Kapselfibrose bieten sich verschiedene Behandlungsoptionen an. Eine in der Vergangenheit beschriebene Kapselsprengung wird heutzutage aufgrund schlechter Langzeitergebnisse nicht mehr als Standard empfohlen.

In Stadium I und II kann eine regelmäßige Implantat-Massage helfen, die Beschwerden zu lindern und eine Verschlimmerung der Kapselfibrose zu vermeiden.

Spätestens ab Baker III ist ein operatives Eingreifen nötig. Meist wird dann in Vollnarkose ein Großteil der Kapsel oder die gesamte Kapsel entfernt. Die Brust kann anschließend mit einem neuen Implantat versehen oder mit Eigenfett aufgebaut werden. Gerne beraten wir Sie auch hier persönlich und ausführlich zu diesem sehr relevantem Thema der Kapselfibrose sowie zu Ihren individuellen Behandlungsoptionen.